Monat: Oktober 2015

Im Namen der Liebe

übernimmt man eben gerne diese Floskeln,

man sieht sie überall,

man liest es.

Denkt man,

so ist es,

nur,

weil es über Medien

publiziert wird.

Im Namen der Liebe?

Tust du mir weh,

missversteht du mich,

denkst du,

es gibt nur einen Weg.

Meinst du,

es gibt nur deine Liebe?

Geschieht so viel Unglück,

wird misshandelt, getötet.

Im Namen der Liebe

werden Tiere überfüttert,

geschlagen, getreten,

weil Erziehung tut auch weh,

werden Menschen kleingemacht,

niedergetrampelt,

verleumdet und verbrannt.

Im Namen der Liebe findet

so viel Unglück statt,

wie in der Religion,

wenn sie denn fanatisch wird,

und sich entfernt,

von ihrer wahren Bedeutung.

Im Namen der Liebe,

erinnert euch,

es gibt nur eine Liebe,

die ist bedingungslos,

sie fordert nicht,

sie erwartet nichts,

sie ist einfach nur

Liebe.

©Sabine Koss

Anne Frank

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Wenn still die Tränen rinnen,

kein Schluchzen,

nur tiefe Trauer,

so tiefer Schmerz.

Vor kurzem erlebte ich,

das Anne Frank-Oratorium,

das war so ein Moment,

da liefen die Tränen,

ungefragt, ungewollt,

vor lauter Schmerz,

vor lauter Hilflosigkeit,

was Menschen Menschen antun,

was Menschen erleben müssen,

und ich mich frage,

was bist du?

Mensch?

Wer bist du?

Was macht dich aus?

Du erhebst dich über alles,

ich finde keinen Grund.

Ich finde keine Entschuldigung.

Tränen rinnen, aber können nicht helfen,

nicht reinigen, nichts ändern.

Du fühlst,

sie zeigen deine Angst

deine Hilflosigkeit,

dein Unverständnis,

in einer Zeit,

in der sich nun alles wiederholt.

Nichts gelernt,

nichts verstanden.

Anne Frank,

du bist vergeblich gestorben.

©Sabine Koss

Wenn ich still werde

bin ich sehr traurig,

dann weiß ich nicht mehr weiter,

dann kämpfe ich nicht mehr.

Dann gebe ich auf.

Dann füge ich mich,

verzweifele, bin ratlos

und hoffnungslos.

Dann bin ich allein,

ganz alleine

und keiner weiß,

wie es mir geht,

denn ich bleibe freundlich,

ich lächle nach außen.

Dann wirke ich arrogant

und überheblich

und ich weiß,

keiner versteht mich.

Dann ist keiner da,

der an meiner Seite ist,

der mich durchschaut.

Dann bin ich in mir,

mit meinen Wunden,

die nie jemand sieht,

die nie jemand spürt.

Dann weiß ich nicht weiter,

alles im Nebel

Wie schön wäre es,

wenn jemand durch diesen Nebel geht

und mich an die Hand nehmen könnte.

©Sabine Koss

Jetzt!

machen wir alles anders,

haben wir endlich gelernt,

aus schmerzlichen Erfahrungen,

dummen Fehlern

unserer Gedankenlosigkeit,

unserem Egoismus.

Jetzt denken wir an uns,

jeder an den Anderen,

jeder an sich.

Jetzt sagen wir,

was mir meinen,

zeigen, was wir fühlen,

stehen zu uns

und unserer Liebe.

Jetzt lassen wir uns ein,

auf den Anderen,

auf unsere Bedürfnisse.

Jetzt sind wir uns wichtig,

jeder für sich,

jeder für unsere Gemeinsamkeit.

Jetzt ist es unsere Entscheidung,

sich noch einmal einzulassen,

noch einmal den Mut zu finden,

zu einem wahren Miteinander,

nach all den Tiefschlägen.

Jetzt haben wir ein Zuhause,

in uns, im Partner.

Alter ist kein Rückschritt,

es ist die Kunst,

Vergangenes anzunehmen

und zu lernen.

Immer wieder,

Altbekanntes neu zu gestalten,

behutsam miteinander umzugehen

sich nicht wieder in alten Spuren

zu verlaufen und alte Wunden zu pflegen.

Jetzt fangen wir an,

mit Altem zu brechen,

uns loszusagen vom Fluch der Gewohnheit.

Jetzt geben wir dem Neuen Gestalt.

Jetzt ist es soweit!

©Sabine Koss