Monat: September 2015

Heiwa

Heiwa - Frieden
Heiwa – Frieden
Advertisements

Diese Stimmung

Diese Stimmung

in unserem Land
beängstigend, fürchterlich,
empathielos, hasserfüllt,
neidisch „besorgt“,
aggressiv, kriminell,
undifferenziert, pauschal,
uninformiert, desinteressiert
an Leid, an Tragik,
denen Menschen ausgesetzt sind,
die nicht die Gnade hatten,
in einem freien Land
geboren zu sein.
Denen Rechte entzogen werden,
deren Familien misshandelt,
gefoltert, getötet werden.
Keiner hat das Recht,
Menschen ein sicheres Leben zu verweigern.
Keiner hat das Recht,
Menschen, die sich
und ihre Familie schützen wollen,
eine neue Heimat zu verweigern.
Die Stimmung in diesem Land
lässt mich verzweifeln,
macht mich hilflos.
Hat Dummheit denn kein Herz?
Kann sie denn so gar nichts verstehen?
Ich werde sie nicht akzeptieren,
ich werde nicht schweigen,
zu dieser Stimmung
in unserem Land.

©Sabine Adameit

Leben

So viele Leben

musste ich

leben, erdulden,

erleiden, gestalten,

formen und ertragen.

So viel Schreckliches,

manchmal Unerträgliches,

oft Verhasstes, Grausames,

Unmenschliches und Ungeliebtes

mitansehen.

Manchmal durfte ich helfen,

oft musste ich akzeptieren,

dass Dein Wille unergründlich,

Menschen so oft

einfach unmenschlich

und erbarmungslos sind.

Dieses zu akzeptieren fällt so schwer,

lässt verzweifeln,

im Glauben schwanken.

Du hast mir das Wichtigste

in meinem Leben genommen,

den einzigen Halt,

den du mir auf diesem

schweren Weg gabst.

Eltern, einfach nicht mehr da,

einfach aus dem Herzen gerissen,

kein warmes Lächeln mehr,

kein so tief verstehender Blick,

der keiner Worte bedurfte.

Keine Stimme mehr,

bei der man am Klang erkannte,

wie es ihr geht,

wie es ihm geht.

Fast nicht zu ertragen,

dieser Schmerz,

nun ganz allein auf deiner Welt zu sein.

Und dennoch

Ließest du mich nie alleine.

Immer hast du mir

jemanden geschickt,

der mir in schwierigen Momenten,

in meiner Verzweiflung,

in meiner Hoffnungslosigkeit,

in meiner Trauer,

in meiner Einsamkeit,

begegnet,

meine Hand hält,

mich auf seinen Schultern trägt,

wie du es

so oft getan hast.

Du hast mir

in diesem Leben

so viel genommen,

unendlich vieles gegeben.

So lange alleine,

so oft hilflos,

keine Idee,

wie es weitergeht,

dann zeigtest du mir

die Tür.

Eine große schöne,

viel schöner,

als die,

welche sich unter Schmerzen schloss.

Einfach ertragen, handeln,

sich wehren, erdulden,

akzeptieren und glauben,

das ist der Weg,

der unser Leben,

auch wenn es noch so schwierig ist,

zum Größten

und Schönsten,

mich unendlich dankbar,

macht.

©Sabine Koss