Schlagwort: Flüchtlinge

Und jetzt rede ich

Und jetzt rede ich mal
So wie ihr
ohne Hirn
nee geht nicht.
Ohne Verstand
nee geht auch nicht.
Aber so,
wie mir der Schnabel gewachsen ist.
So, wie ihr es jeden Tag tut,
ohne Hirn, Sinn und Verstand.
Es kotzt mich an,
wie ihr dummdreist
grölt, postet,
natürlich immer anonym
vom Netz geschützt.
Am Stammtisch neuerdings wieder
lauthals Parolen brüllt.
Nationalistisch, besorgt,
hässlich, verkorkst, unwissend,
aber um so lauter krakeelt.
Ihr fühlt euch benachteiligt?
Ihr seid es.
Findet euch damit ab.
Ihr könnt nichts.
Ihr wisst nichts.
Ihr haltet euch für klug?
Wenn ihr wüsstet,
was ihr alles nicht wisst.
Wenn ihr wüsstet,
was euch entgangen ist,
an Bildung, Erkenntnis
und Erfahrung.
Blödzeitung ersetzt nun mal keine
Information und Sachkenntnis.
Hinterfragen fehlt euch,
weil, nie gelernt.
Deutschtümelei
Besorgtheit
Stolz aufs Vaterland…
Alles Dinge, von denen ihr nichts wisst.
Von denen ihr nicht einmal
einen Hauch von Ahnung habt,
weil ihr nichts von der Geschichte
unseres Landes wisst.

Ich bin stolz auf mein demokratisches Vaterland.
Wisst ihr überhaupt,
was Demokratie ist?
Wisst ihr,
was Meinungsfreiheit bedeutet?
Jedenfalls nicht das,
was ihr daraus macht.
Totschlagargumente,
ohne Hintergrund.
Glaubt ihr wirklich,
dass Menschen mit Bildung
darauf eingehen?
Ich kann doch mit einer Kartoffel
nicht über Kultur diskutieren.
Freud haltet ihr für einen Druckfehler.
„Da fehlt ja das „e“ …
Bildung hat nun mal
mit „Lügenpressen“,
wie der Blödzeitung
so gar nichts zu tun.
Ihr redet von deutscher Kultur
und bringt nicht einen Satz
ohne Rechtschreibfehler,
meist falscher Satzstellung zusammen.
Inhalte, Fakten
interessieren euch nicht.
Deutschland,
du armes Volk.
Bestehst mittlerweile aus
Analphabeten und
dummdreisten Krakeelern.
Armes Deutschland,
Heine und Hesse drehen sich
im Grabe um.
Wie, die kennt ihr nicht?
Warum wundert mich das nicht.
Copyright Sabine Adameit

Was haben wir falsch gemacht


Nazis.jpg

 

In der Schule wurde mir der Nationalsozialismus vermittelt.
Es hat mich so beeindruckt,
dass ich keine Deutsche mehr sein
und meinen Pass abgeben wollte.
Ich habe es dann doch nicht gemacht,
weil ich nach Indien reisen wollte.
Ein deutscher Pass ist für das Visum doch ganz hilfreich.
Ich habe mich damals geschämt, Abkömmling solcher Bestien zu sein.
Sogar mein Vater war als Pimpf begeistert von dem Pack.
Aber er hat gelernt. Als 14jähriger hatte er kaum eine Chance
diesen Fanatismus zu durchschauen.
Für ihn war es eine Art Pfadfindergemeinschaft,
ein Zugehörigkeitsgefühl, was er bis dahin nicht kannte.
Bis er dann an die Front musste.
Da kamen dann doch leise Zweifel.
Schwer verletzt wurde er von einem Priester gerettet
und merkte, welch Scharlatanen er aufgesessen war.
Meine Familie floh aus Ostpreußen
mit Nazis hatten sie nichts am Hut,
sie mussten nur unter ihnen leiden.
Das ist alles lange her.
Diese Familie lebt nicht mehr.
Ich lebe weiter mit diesem Hintergrund, mit diesem Wissen.
Ich war so sicher, dass man aus dieser Historie gelernt hat.
Ich war so sicher, dass wir nur noch für den Frieden leben wollen.
Ich war so sicher, dass so etwas nie, nie wieder geschieht.

Was haben wir falsch gemacht?

Wie können gerade ältere Menschen,
die diese Vergangenheit zwar nicht mehr persönlich,
aber über die Familie erfahren haben,
heute wieder nach einer starken Führung schreien.
Demokratie verteufeln und Menschen in Kategorien einordnen,
wie früher Juden = „Untermenschen“ etc.?
Was haben wir bloß falsch gemacht,
dass heute Menschen auf ihr Vaterland stolz sind, wenn sie
„besorgt und aufrecht“, Menschen verurteilen,
verachten, diskriminieren, abklatschen?
Menschen aufgrund von Glauben oder Hautfarbe
jede Existenz absprechen, sie als nicht zugehörig empfinden,
ihnen unterstellen, sie könnten unsere freie Gesellschaft zerstören?
Heute muss ich mich wieder schämen.
Heute könnte ich wieder meine Staatsbürgerschaft abgeben.
Heute darf ich nicht schweigen, wie es früher geschah.
Heute wird alles, wofür wir nach dem Krieg einstanden,
ad acta gelegt. Zur Farce gemacht.
Alles vergessen, nichts gelernt,
nichts vermittelt.
Was haben wir falsch gemacht?
©S. Adameit

Ist das nichts?

Die Welt bricht zusammen
während wir eine neue aufbauen
Schlechtes Gewissen
Glück zu zweit
im Elend der Welt,
dürfen wir glücklich sein,
wenn Menschen leiden,
wenn Menschen sterben,
nur weil sie in einem anderen Land
auf einem anderen Kontinent geboren sind?
Wir können nicht die Welt retten,
wir können unseren kleinen Teil beitragen
zur Menschlichkeit
zur Empathie,
aber wirklich helfen können wir nicht.
Keinen interessiert unser Glück,
genauso wenig wie die Welt
das Elend der Menschen interessiert.
Wir leben unser Glück,
unsere Liebe und jeder,
der Hilfe braucht,
ist bei uns willkommen.
Mehr können wir nicht tun.
Vielleicht hilft unsere Liebe,
unser Zusammensein
anderen Menschen?
Ich denke,
mehr können wir nicht tun.
Wir sind eine Einheit
und versuchen anderen
Liebe vorzuleben
Ist das nichts?

S.Adameit

Diese Stimmung

Diese Stimmung

in unserem Land
beängstigend, fürchterlich,
empathielos, hasserfüllt,
neidisch „besorgt“,
aggressiv, kriminell,
undifferenziert, pauschal,
uninformiert, desinteressiert
an Leid, an Tragik,
denen Menschen ausgesetzt sind,
die nicht die Gnade hatten,
in einem freien Land
geboren zu sein.
Denen Rechte entzogen werden,
deren Familien misshandelt,
gefoltert, getötet werden.
Keiner hat das Recht,
Menschen ein sicheres Leben zu verweigern.
Keiner hat das Recht,
Menschen, die sich
und ihre Familie schützen wollen,
eine neue Heimat zu verweigern.
Die Stimmung in diesem Land
lässt mich verzweifeln,
macht mich hilflos.
Hat Dummheit denn kein Herz?
Kann sie denn so gar nichts verstehen?
Ich werde sie nicht akzeptieren,
ich werde nicht schweigen,
zu dieser Stimmung
in unserem Land.

©Sabine Adameit

Welcome Refugees

Spannend ist diese Zeit,
eine Neuordnung findet statt,
Gesellschaft strukturiert sich um,
öffnet sich für Neues.
Globalismus macht sich Platz
im Innersten der festgefahrenen Strukturen,
sprengt bequeme Grenzen,
die vermeintliche Sicherheit bedeuten.
Bunte Kulturen, hoffnungsvolle Menschen.
Leben drängt in kleine bequeme Welten
nimmt sich einen Teil vom großen Kuchen,
der ihm schon sehr lange zusteht.
Teilen ist nun angesagt,
Helfen, unterstützen, offen sein
für Neues, das auf uns einstürmt, mit Macht.
Weltordnung neu gestalten,
aufregend, bewegend, überwältigend.
Welcome Refugees!

©S. Adameit