Schlagwort: Flüchtlinge

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Boatpeople

Zeichen setzen

I Love You
I Love You

Und dann…
Stehe ich auf
Ziehe mich an
Höre die Nachrichten
Erlebe die Welt
Fern von meiner
Werde demütig
Und dankbar
Leide mit ihnen
Den Vergessenen
Den Opfern
Unserer Politik
Der Egomanen
Der Schmarotzer
Fühle mich hilflos
Ungerechtigkeit schmerzt
Sie zeigt mir
Meine Machtlosigkeit
Wie kann ich
Mein Leben, diese Welt
Mit der da draußen
In Einklang bringen
Kann ich wirklich nachvollziehen
Was sich dort abspielt?
Ich kann nichts ändern
Ob ich schreie oder weine
Nichts kann ich diesem Leid entgegensetzen
Außer Empathie und Mitgefühl
Außer Beschämung
Nur eines kann ich tun
Mit meinem Verhalten
Ein kleines Zeichen setzen
In meinem kleinen Umfeld helfen
Wo es mir möglich ist
Ein kleines Lächeln
Tut so gut
Das kostet mich nichts
Menschen zeigen und
Sagen, dass ich sie mag
So wie sie sind
Egal welcher Herkunft
Oder Hautfarbe
Einfach nur da sein
Zuhören, unterstützen
Bestärken, Mut machen
Liebe und Zuneigung
Kann man nicht verschwenden.
Copyrights Sabine Adameit

Unsere Kultur

Nazis
Culture

Kann ich wirklich mitreden
Darf ich meine Stimme erheben
Wenn es mir so gut geht
Ich keine Not leide
Auch wenn ich viel Leid erfuhr
Aber doch nichts
Im Vergleich zur Grausamkeit in dieser Welt
Menschen verlieren ihre Heimat
Sie erfahren Krieg
Von dem wir seit langem verschont blieben
Sie werden misshandelt
Erniedrigt und ausgebeutet
Damit es uns besser geht
Alles wird ihnen genommen Sie fliehen in eine heile Welt
Um dort wieder erniedrigt zu werden
Nur weil sie nichts mehr haben
Und nichts mehr sind
Denn hier bei uns
Zählt nur das Geld
Und der Erfolg
Wer das nicht bieten kann
Wird gnadenlos niedergemacht
Prolls wie Geissens
Überschwemmen die Medien
Nur weil sie reich sind
Sie sind dumm und verblödet
Aber sie finden Anerkennung
Und Aufmerksamkeit
Menschen die alles verloren
Ohne Schuld
Hatten in ihrem Land etwas aufgebaut
Sie werden bei uns behandelt
Wie der letzte Dreck
Nicht nur das
Unsere besorgten Bürger meinen
Sie nehmen ihnen etwas weg
Von ihrem Harz 4 Einkommen
Wie abgestumpft und dumpf
Muss man sein
Um diese Menschen nicht
Mit offenen Armen zu empfangen
Wir sind ein reiches Land
Wir leiden keine Not
Auch wenn es hier noch viel zu tun gibt
Aber kann man das vergleichen
Mit der Not und dem Elend
Das diese Menschen erfahren mussten
Denen alles genommen wurde?
Wie stolz waren wir in Notzeiten
Dass wir uns gegenseitig halfen
Und unter die Arme griffen
Gilt das alles nicht mehr
Wenn die Menschen aus einem anderen Land kommen
Deren Kultur wir nicht verstehen?
Wir sind so stolz auf unser Land
Der Dichter und Denker
Deren Ansinnen es immer war
Menschlichkeit und Empathie
Freiheit und Freigebigkeit
Zu vermitteln
Weil, uns geht es gut
So gut, wie kaum einem anderen Land
Heute dürfen wir wieder beweisen
Und zeigen
Dass wir das Land dieser Dichter und Denker sind
Und beweisen
Was unsere Kultur ausmacht.
Copyright Sabine Adameit

Fremder

Mercy
Mercy

Ein Fremder steht vor deiner Tür
Er sieht nicht aus , wie du
Er hat einen dunklen Teint
Schwarze Locken, tiefbraune Augen
Er fragt, ob du Arbeit für ihn hast
Er will kein Geld,
Er hat Hunger und
Braucht ein Dach über dem Kopf
Weist du ihn zurück?
Schließt du die Tür
Schließt du dein Herz?

Ein Fremder steht an der Grenze
Viel zu leicht bekleidet
Für dieses Land und sein Klima
Er hat kein Gepäck,
Seine Familie steht zitternd hinter ihm
Er hat keine Papiere
Er ist geflohen und froh,
Dass er überlebt hat
Ihr schließt eure Grenzen
Und nennt euch EU?

Unternehmer, Politiker
Ihr habt Familie
Wie dieser Fremde
Ihr habt ein Herz
Ihr liebt , ihr leidet
Ihr seid Menschen
Warum macht ihr aus eurem Herzen
Eine Mördergrube
©Sabine Adameit

Redet nicht

Ich erlaube mir
Redet nicht

 

Ich bin überheblich
und arrogant
ich maße mir an,
mich zu erheben
über Meinungen,
die nach Freiheit schreien,
ohne zu wissen,
was das heißt.
Ich erlaube mir,
mich zu entscheiden,
auf Kommentare nicht einzugehen,
wenn sie rassistisch und
unreflektiert geäußert werden.
Ich erlaube mir,
meine Meinung
ganz klar zu äußern,
mitzuteilen, dass ich nicht schweige,
wenn Menschen auf der Flucht sind,
weil wir Waffen liefern,
und dadurch Kriege initiieren,
Die Pflicht haben,
Kriegsopfer aufzunehmen.
Grenzen zu öffnen,
wenn wir Leid entstehen lassen,
das ohne unsere Gier
und Waffenlieferungen
nicht entstanden wäre.
Heuchelei,
wenn wir nun gnädig Flüchtlinge aufnehmen.
Ehrlicher wäre es,
keine Waffen zu liefern
und damit dem Frieden zu dienen.
Hört auf, vom Frieden
zu reden,
tut etwas gegen die Waffenlobby
Redet nicht,
diskutiert nicht.
Bezieht Stellung.
Politik, Partei,
Volk!
©S.Adameit

Ordnung schaffen

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Vino Rosso

Es war wieder einmal einer der Abende, an denen unser Freund Piet, gemeinsam mit dem Besten aller Ehemänner und dem süßesten Zottelhund, unserem Choppi, die Probleme der Welt erörterten. Der Rotwein stand atmend auf dem Tisch, die Gläser wurden erhoben und schon konnte es losgehen. Alltagsprobleme wurden kurz angesprochen. Welche Sense ist die Beste, Probleme mit dem Aufsitzrasenmäher wurden geschildert. Von dem fetten Marschboden hier in unserer Gegend, kam man schnell auf die Umweltprobleme zu sprechen. Landwirte, die das Grundwasser verschmutzen führten zu weiteren grundsätzlichen Problemen, wie Lebensmittelverseuchung, Milchpreisen, der „Bio“lüge (wo Bio draufsteht, ist noch lange nicht Bio drin) und ähnlichem. Nach dem dritten Glas Wein war man sich einig, dass das alles so nicht weitergehen kann.

Gerade wurde geheut, das heißt, einige Kitze mussten ihr Leben lassen, nur weil der Landwirt keine Zeit hat, seine Weiden vorher zu überprüfen. Schön findet er es ja auch nicht, aber so ist das nun mal, wenn der Profit vor Menschlichkeit geht. Wenn es nur noch um Geld und nicht um Leben geht. Abgehakt, so ist es nunmal.
Piet schenkt nochmal ein und berichtet stolz von seiner letzten Jagd. Auch da musste wieder ein junger Bock dran glauben. Choppi schaut Piet kritisch an, aber die frische Rehkeule, die ihn bald erwartet, besänftigt ihn. So ist nun mal das Leben. Jagen und gejagt werden. Tiere können davon eine Elegie singen. Menschen bekommen davon Frust, traumatische Erlebnisse, zumindest Depressionen oder pflegen unangebrachten Jagdstolz, wenn sie hinterrücks auf ein Tier schießen. Bei Menschen nennt sich diese Art von Jagd Mobbing. Tiere kostet sie das Leben. Und schon sind wir bei der zweiten Flasche.

Nun wird Piets Gesicht noch ernster. Was ist nur mit den Menschen los. Haben sie denn alles vergessen? Mittlerweile würden abseits vom Mobben auch wieder unverhohlen deutlichere Akzente gesetzt, stellt er fest. Zum Beispiel, wenn es um F!üchtlinge und Asylanten geht. Wurde vor noch nicht langer Zeit unter vorgehaltener Hand am Stammtisch über Menschen hergezogen, die zugezogen waren, wird nun lauthals proklamiert, dass alles Elend von diesen Fremden kommt. Piet schildert meinem Besten aller Ehemänner detailliert, was die Einheimischen von dieser neuen Flut fremder Kulturen halten. Es macht ihm Angst. Er erinnert sich an frühere Zeiten. Damals waren es die Juden, die den Sündenbock abgeben mussten. Heute sind es ganz undifferenziert einfach alle, die nicht in Deutschland geboren wurden. Alle denen es schlechter geht, als uns, die wir in einem reichen, demokratischen, freien und vielleicht schon zu lange, friedlichen Land geboren wurden. All das können uns diese Fremden, diese Flüchtlinge ja nehmen, heißt es am Stammtisch. Piet schüttelt traurig mit dem Kopf und schenkt gedankenverloren noch einen ein. Der Beste aller Ehemänner wird immer stiller, er verträgt lange nicht so viel, wie Piet. Der ist ja im Training. Aber, da Piet auch gerne schnackt, ist er dafür gar nicht so undankbar. Er kann auch sehr gut alleine sinnieren. Der Beste aller Ehemänner nickt dankbar mit dem Kopf und ist froh, dass seine Meinung, die er nicht mehr so wirklich artikulieren kann, nicht unbedingt verbal gefragt ist.

Von den Umwelt- und Flüchtlingsproblemen geht es übergangslos zurück zur Landwirtschaft und nochmal der Milchquote. So kann das aber wirklich nicht weitergehen. Das Angebot steigt, die Preise sinken. Piet hat Recht, wenn er klarstellt, dass die Bauern von den staatlichen Almosen nicht leben können. Gut, haben wir das auch erledigt. Darauf trinken wir noch einen. Mittlerweile hat Choppi den Papierkorb gründlich geleert, den Kühen mal ordentlich Bescheid gegeben und Piets Dackel, der, wie zur Bestätigung immer mal wieder vor sich hin kläffte, richtig den Marsch geblasen. Wieder sind wir einen Schritt weiter, die Welt zu ordnen. Was wären wir bloß ohne Piet, den Besten aller Ehemänner und natürlich Choppi, der für Ordnung im Haushalt sorgt.
©S. Adameit