Monat: Juli 2016

Redet nicht

Ich erlaube mir
Redet nicht

 

Ich bin überheblich
und arrogant
ich maße mir an,
mich zu erheben
über Meinungen,
die nach Freiheit schreien,
ohne zu wissen,
was das heißt.
Ich erlaube mir,
mich zu entscheiden,
auf Kommentare nicht einzugehen,
wenn sie rassistisch und
unreflektiert geäußert werden.
Ich erlaube mir,
meine Meinung
ganz klar zu äußern,
mitzuteilen, dass ich nicht schweige,
wenn Menschen auf der Flucht sind,
weil wir Waffen liefern,
und dadurch Kriege initiieren,
Die Pflicht haben,
Kriegsopfer aufzunehmen.
Grenzen zu öffnen,
wenn wir Leid entstehen lassen,
das ohne unsere Gier
und Waffenlieferungen
nicht entstanden wäre.
Heuchelei,
wenn wir nun gnädig Flüchtlinge aufnehmen.
Ehrlicher wäre es,
keine Waffen zu liefern
und damit dem Frieden zu dienen.
Hört auf, vom Frieden
zu reden,
tut etwas gegen die Waffenlobby
Redet nicht,
diskutiert nicht.
Bezieht Stellung.
Politik, Partei,
Volk!
©S.Adameit

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Ich bin Deutsch

Deutschtümelei
Deutschtümelei

Ich habe nichts,
nur mein Dach über dem Kopf,
die Miete zahlt der Staat,
aber er reglementiert mich.
Ich habe nur mein Bier
und meine Zigaretten.
Und meine Kinder,
aber die sind ja auch
nichts geworden.
Bälger, elende.
Ich habe Kumpels
aus der Nachbarschaft,
ich weiß,
wo es lang geht.
Ich habe nichts
ich bin nichts
ich kann nichts,
aber ich bin Deutsch.
Ist das nichts?
Ich bin stolz darauf,
Ich bin besser,
als diese Kanacken,
die wollen ja nur mein Geld,
ich kriege keine große Wohnung,
obwohl ich schon eine habe.
Ich bin besorgt,
dass meine Heimat überfremdet wird,
dass der Islam kommt,
obwohl ich nicht mal
das Christentum kenne.
Aber ich habe Angst.
Was ist, wenn Gott,
den ich nicht kenne,
nun Allah heißt?
Das kann jedenfalls
nichts Gutes bringen,
weil ich es ja nicht kenne,
genauso wenig wie Gott,
aber damit bin ich ja wenigstens
groß geworden.
Und deutsch ist nun mal deutsch,
was auch immer das heißen mag.
Aber damit bin ich groß geworden,
in einem Land,
das mich versorgt.
Und nun sollen Fremde versorgt werden?
Nachbarn, die Tiere schächten,
die Massentierhaltung nicht kennen.
Aber das ist anders,
das kenne ich nicht.
Ich bin besorgt.
Ich habe Angst.
Ich mag nicht,
was ich nicht kenne.
Jeder ist sich selbst der Nächste.
Lasst mich in Ruhe,
mit euren Problemen,
ich habe selber genug davon.
Stress mit dem Jobcenter
und deren Auflagen.
Was wollen die eigentlich von mir?
Das Geld steht mir zu.
Schließlich bin ich Deutscher.
Am besten,
wir haben bald wieder
eine Diktatur,
wie früher,
da war die Welt noch in Ordnung.
©S.Adameit